Dein Mac läuft nicht mehr so flüssig wie früher? Apps starten langsamer und der Speicherplatz scheint sich wie von Geisterhand zu verkleinern? Bevor du zur Drittanbieter-Software greifst oder gar über eine Neuinstallation nachdenkst, solltest du einen Blick auf die eingebauten Wartungsfunktionen von macOS werfen, die seit Jahren im Verborgenen schlummern.
Die geheimen Hausmeister deines Mac
Apple hat macOS mit intelligenten Wartungsskripten ausgestattet, die täglich, wöchentlich und monatlich im Hintergrund arbeiten. Diese Skripte räumen temporäre Dateien auf, rotieren Log-Dateien, aktualisieren Datenbanken und führen andere Optimierungen durch. Das Problem: Diese Aufgaben laufen traditionell nachts, wenn dein Mac eingeschaltet ist – was bei vielen Nutzern nicht der Fall ist.
Wer seinen Mac abends herunterfährt oder den Laptop in den Ruhezustand versetzt, verpasst oft diese wichtigen Wartungsfenster. Die gute Nachricht: Moderne macOS-Versionen seit 10.5 erkennen automatisch, wenn ein Wartungslauf ausgelassen wurde, und holen diesen tagsüber bei nächster Gelegenheit nach. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Wartung nicht optimal läuft.
Der mächtige Terminal-Befehl für sofortige Wartung
Hier kommt ein praktisch unbekannter Trick ins Spiel: Mit einem einzigen Terminal-Befehl kannst du alle diese Wartungsskripte manuell und auf einmal ausführen. Öffne das Terminal – zu finden unter Programme und Dienstprogramme – und gib folgenden Befehl ein:
sudo periodic daily weekly monthly
Nach der Eingabe deines Administrator-Passworts setzt du damit eine ganze Kaskade von Optimierungsprozessen in Gang, die normalerweise über Wochen verteilt automatisch ablaufen würden. Der mächtige Terminal-Befehl für sofortige Wartung ist in jeder macOS-Version verfügbar und nutzt ausschließlich Bordmittel.
Was genau passiert bei dieser Wartung?
Die Wartungsskripte übernehmen verschiedene Aufgaben, die dein System sauber halten. Sie kümmern sich um das Löschen unnötiger Dateien, die Erstellung von Netzwerkstatistiken und die Wiederherstellung der locate- und whatis-Datenbanken. Temporäre Dateien werden bereinigt, Log-Dateien rotiert und verschiedene Systemdatenbanken aktualisiert.
Die drei Parameter daily, weekly und monthly stehen für unterschiedliche Wartungsintervalle. Während die täglichen Skripte vor allem grundlegende Aufräumarbeiten erledigen, kümmern sich die wöchentlichen und monatlichen Varianten um tiefergehende Optimierungen und umfangreichere Datenbank-Wartungen.
Wann macht dieser Trick besonders Sinn?
Nach längerer Nutzung ohne Neustart bietet die manuelle Ausführung echten Mehrwert. Wenn dein Mac wochenlang durchläuft, weil du ihn nur in den Ruhezustand versetzt, sammeln sich Altlasten an. Der periodic-Befehl räumt gründlich auf und kann spürbare Performance-Verbesserungen bringen.
Bei mysteriösem Speicherplatzverlust helfen die Wartungsskripte ebenfalls weiter. Temporäre Dateien und aufgeblähte Log-Dateien können beträchtlichen Speicher verschlingen. Die Skripte geben diesen Speicher frei, ohne dass du wichtige Daten verlierst. Auch vor wichtigen Präsentationen oder Projekten kann ein schneller Wartungslauf deinem System den nötigen Performance-Schub geben, wenn jede Sekunde zählt.
So führst du den Befehl richtig aus
Die Ausführung ist unkompliziert, aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Schließe zunächst alle laufenden Anwendungen, die du nicht zwingend benötigst. Der Befehl läuft zwar auch während normaler Arbeit, aber für maximale Effizienz sollte dein System möglichst unbelastet sein.

Öffne das Terminal und tippe den Befehl exakt wie angegeben ein. Das sudo am Anfang ist entscheidend, da es die nötigen Administrator-Rechte gewährt. Ohne diese Berechtigung würden die Wartungsskripte nicht ausgeführt werden können.
Nach der Eingabe deines Passworts startet der Prozess. Anders als bei vielen anderen Terminal-Befehlen siehst du hier keine animierte Fortschrittsanzeige. Das Terminal arbeitet still im Hintergrund und gibt erst wieder eine neue Eingabeaufforderung aus, wenn alle Skripte durchgelaufen sind. Die Ausführung wird nicht durch eine Statusleiste oder Prozentzahl angezeigt – du erkennst den Abschluss daran, dass die Terminal-Eingabeaufforderung zurückkehrt.
Wie lange dauert die Wartung?
Die Ausführungsdauer hängt stark davon ab, wie lange die letzte automatische Wartung zurückliegt und wie viel Arbeit anfällt. Auf einem regelmäßig gewarteten System können die Skripte in wenigen Sekunden durchlaufen. Bei einem Mac, der längere Zeit ohne ordentliche Wartung auskommen musste, kann der Prozess auch einige Minuten in Anspruch nehmen.
Während der Befehl läuft, gibt es keine Fortschrittsanzeige. Unterbreche den Prozess nicht vorzeitig, auch wenn es so aussieht, als würde nichts passieren. Warte geduldig, bis die Eingabeaufforderung wieder erscheint. Die Wartungsskripte arbeiten im Hintergrund mit hoher Priorität und sollten nicht gestört werden.
Unterschiede zu kommerziellen Cleaning-Tools
Der große Vorteil dieses nativen Ansatzes liegt in seiner Sicherheit. Während manche Drittanbieter-Tools übereifrig aufräumen und dabei auch Dateien löschen, die das System noch benötigt, arbeiten die eingebauten periodic-Skripte chirurgisch präzise. Apple hat sie genau auf macOS abgestimmt, um nur das zu entfernen, was wirklich entbehrlich ist.
Außerdem sparst du dir die Installation zusätzlicher Software, die selbst wieder Systemressourcen verbraucht und möglicherweise Sicherheitsrisiken mit sich bringt. Die periodic-Funktion ist bereits da – du musst sie nur nutzen. Keine Registrierung, keine In-App-Käufe, keine nervigen Update-Benachrichtigungen.
Regelmäßigkeit bringt die besten Ergebnisse
Einmal pro Monat diesen Befehl auszuführen reicht für die meisten Nutzer vollkommen aus. Wer seinen Mac täglich herunterfährt oder besonders intensiv nutzt, kann die Wartung auch alle zwei Wochen durchführen. Ein praktischer Tipp: Speichere dir den Befehl in einer Notiz oder einem Textdokument. So musst du ihn nicht jedes Mal neu eintippen und vermeidest Tippfehler, die bei Terminal-Befehlen schnell passieren können.
Realistische Erwartungen setzen
So nützlich dieser Trick auch ist – er ist kein Wundermittel. Wenn dein Mac aufgrund veralteter Hardware oder einem randvollen Speicher langsam läuft, wird die Wartung allein keine Wunder bewirken. Sie ist vielmehr eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Performance-Maßnahmen wie dem Freigeben von Speicherplatz, dem Deaktivieren unnötiger Startobjekte oder dem gelegentlichen Neustart.
Die periodic-Wartung glänzt besonders als präventive Maßnahme. Sie hält dein System sauber und verhindert, dass sich kleine Probleme zu größeren auswachsen. Regelmäßig angewendet sorgt sie für langfristige Systemgesundheit und kann dazu beitragen, dass dein Mac auch nach Jahren noch flüssig läuft. Die Kombination aus automatischer nächtlicher Wartung und gelegentlicher manueller Ausführung gibt dir die Kontrolle über die Pflege deines Systems, ohne dass du zum Experten werden musst.
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