Goldene Strände, die sich zwischen türkisfarbenem Wasser und üppigem Regenwald erstrecken, kristallklare Buchten, in denen Robben spielen, und Wanderwege, die zu den schönsten der Südhalbkugel zählen – der Abel Tasman National Park im November ist ein Paradies, das wie geschaffen für frischvermählte Paare scheint. Während in Europa die Tage kürzer werden, beginnt hier am nördlichsten Zipfel der Südinsel Neuseelands der Frühsommer und verwandelt diesen Küstenabschnitt in eine Oase der Zweisamkeit. Die Temperaturen klettern auf angenehme 20 bis 25 Grad, die Natur erwacht in voller Pracht, und die Hochsaison mit ihren Menschenmassen liegt noch in weiter Ferne. Für eine Hochzeitsreise, die Romantik mit Abenteuer verbindet und dabei das Budget schont, gibt es kaum einen besseren Ort.
Warum der Abel Tasman im November perfekt für Hochzeitsreisende ist
Der November markiert in Neuseeland den Übergang vom Frühling zum Sommer – eine Zwischenzeit, die besondere Vorzüge bietet. Die Touristenströme des Dezembers und Januars sind noch nicht angekommen, was bedeutet, dass ihr an manchen Stränden nahezu allein sein könnt. Die Preise für Unterkünfte liegen deutlich unter denen der Hauptsaison, und die Natur zeigt sich von ihrer verschwenderischsten Seite: Pohutukawa-Bäume bereiten sich auf ihre spektakuläre Blüte vor, einheimische Vögel wie der Tui singen ihre komplexen Melodien, und die Wassertemperatur wird langsam angenehmer für ausgedehnte Schwimmausflüge.
Der kleinste Nationalpark Neuseelands erstreckt sich über etwa 50 Kilometer entlang der Tasmanischen See und bietet eine Vielfalt, die man auf den ersten Blick nicht erwartet. Steile Granitklippen wechseln sich mit sanften Sandbuchten ab, dichter Buschwald geht direkt in Küstenlandschaft über, und die Gezeitenunterschiede schaffen ständig neue Perspektiven auf die gleichen Orte.
Erlebnisse, die nichts kosten und unbezahlbar sind
Die größte Attraktion des Parks ist gleichzeitig völlig kostenfrei: der Abel Tasman Coast Track. Dieser mehrtägige Wanderweg lässt sich in beliebige Tagesetappen unterteilen, und bereits ein Teilstück offenbart die gesamte Schönheit dieser Küstenlandschaft. Für ein Wochenende eignet sich besonders die Strecke zwischen Marahau und Anchorage – etwa drei bis vier Stunden pure Naturschönheit, bei der ihr immer wieder auf einsame Buchten stoßt, die zum Verweilen einladen.
Der Weg führt durch dichten Küstenregenwald, in dem Farne meterhoch wachsen und Nikau-Palmen ein fast tropisches Flair verbreiten. Dann plötzlich öffnet sich der Blick auf eine weitere traumhafte Bucht mit Sand, der so hell ist, dass er in der Sonne fast zu leuchten scheint. Bark Bay und Torrent Bay gehören zu den schönsten Stopps – Orte, an denen die Zeit stillzustehen scheint und man verstehen kann, warum Neuseeland auch Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke, genannt wird.
Kajakfahren zwischen Granitfelsen und Robbenkolonien
Eine weitere Möglichkeit, den Park zu erkunden, ist das Kajakfahren. Im November sind die Bedingungen meist ideal: ruhiges Wasser, mildes Wetter und hervorragende Sicht. Kajaks kann man in Marahau, dem Hauptzugangsort zum Park, bereits ab etwa 50 Euro pro Person für einen ganzen Tag mieten. Für Hochzeitsreisende bietet ein Tandem-Kajak die perfekte Gelegenheit, gemeinsam zu paddeln und dabei Orte zu erreichen, die vom Land aus unzugänglich sind.
Die südlichen Inseln des Parks, besonders Adele Island und Fisherman Island, beherbergen Robbenkolonien, die man aus respektvoller Entfernung vom Wasser aus beobachten kann. Die neugierigen Tiere schwimmen manchmal direkt auf Kajaks zu – ein magischer Moment, der keine geführte Tour benötigt, sondern sich ganz natürlich ergibt, wenn man sich Zeit nimmt und die Ruhe genießt.
Praktische Tipps für die Fortbewegung
Der Abel Tasman National Park liegt etwa 90 Kilometer nördlich von Nelson, der nächstgrößeren Stadt mit Flughafen. Ein Mietwagen ist die flexibelste Option und kostet im November außerhalb der Hochsaison etwa 30 bis 40 Euro pro Tag für einen Kleinwagen. Die Straße von Nelson nach Marahau ist gut ausgebaut und führt durch malerische Landschaften mit Weinbergen und Obstplantagen.
Wer kein Auto mieten möchte, kann auf Shuttle-Busse zurückgreifen, die mehrmals täglich zwischen Nelson und Marahau verkehren und etwa 15 bis 20 Euro pro Person und Strecke kosten. Innerhalb des Parks selbst gibt es ein interessantes Wassertaxi-System, das verschiedene Buchten anfährt und es ermöglicht, Wanderungen an einem Punkt zu beginnen und an einem anderen zu beenden. Die Preise variieren je nach Strecke, liegen aber meist zwischen 25 und 45 Euro pro Person.

Unterkünfte für jedes Budget
Die Unterkunftsoptionen rund um den Abel Tasman sind vielfältiger, als man zunächst vermuten würde. In Marahau und den umliegenden Ortschaften findet man alles von einfachen Campingplätzen bis zu luxuriösen Lodges. Für eine Hochzeitsreise mit begrenztem Budget bieten sich mehrere Optionen an.
Campingplätze im Park selbst kosten etwa 10 bis 15 Euro pro Person und Nacht und müssen im Voraus gebucht werden. Sie verfügen über Komposttoiletten und Regenwassertanks, sind aber ansonsten sehr einfach gehalten. Die Lage direkt an traumhaften Buchten macht den Verzicht auf Komfort jedoch mehr als wett – aufwachen mit Meerblick in absoluter Stille ist ein Luxus ganz eigener Art.
Außerhalb des Parks, in Marahau oder Kaiteriteri, gibt es kleine Ferienwohnungen und Motels ab etwa 70 bis 90 Euro pro Nacht. Diese bieten mehr Komfort, eine Küche zur Selbstversorgung und oft einen schönen Blick auf das Meer oder die umliegenden Hügel. Manche verfügen über private Außenbereiche mit Grillmöglichkeiten – perfekt für einen romantischen Abend zu zweit.
Backpacker-Hostels bieten Doppelzimmer bereits ab 45 Euro pro Nacht an. Viele dieser Unterkünfte haben in den letzten Jahren ihre Qualität erheblich verbessert und bieten saubere, gemütliche Zimmer, die für Paare absolut geeignet sind.
Verpflegung: Gut essen ohne Vermögen auszugeben
Die Region um den Abel Tasman ist für ihre frischen Meeresfrüchte und lokalen Produkte bekannt. In Motueka, etwa 20 Kilometer südlich von Marahau, gibt es einen hervorragenden Wochenmarkt, auf dem lokale Erzeuger ihre Waren anbieten – frisches Obst, selbstgebackenes Brot, Käse und manchmal auch frisch gefangenen Fisch. Ein Picknick-Korb für zwei Personen lässt sich hier für 15 bis 20 Euro zusammenstellen.
In Marahau selbst gibt es kleine Cafés, in denen man für etwa 12 bis 18 Euro solide Mahlzeiten bekommt – oft mit Meerblick. Fish and Chips, ein neuseeländischer Klassiker, ist besonders zu empfehlen, wenn der Fisch frisch gefangen ist. Eine Portion für zwei Personen kostet etwa 15 Euro und schmeckt am besten direkt am Strand.
Wer eine Unterkunft mit Küche hat, sollte in einem der Supermärkte in Nelson oder Motueka einkaufen. Die Preise sind moderat, und es macht Freude, mit lokalen Zutaten selbst zu kochen. Neuseeländisches Lammfleisch, frische Grünlipp-Muscheln und Kumara (eine lokale Süßkartoffel-Variante) sind besonders empfehlenswert und kosten zusammen für ein festliches Abendessen zu zweit etwa 25 Euro.
Geheimtipps für besondere Momente
Der Pitt Head Lookout ist ein kurzer, steiler Aufstieg von etwa 20 Minuten, der mit einem atemberaubenden 360-Grad-Blick über die Küste belohnt. Bei Sonnenuntergang entfaltet dieser Ort seine ganze Magie – die goldene Stunde taucht die Buchten in warmes Licht, und man hat das Gefühl, am schönsten Ort der Welt zu sein.
Die Separation Point am nördlichen Ende des Parks ist weniger frequentiert und bietet hervorragende Möglichkeiten zur Tierbeobachtung. Hier nisten verschiedene Seevogelarten, und mit etwas Glück sieht man sogar Delfine, die in den küstennahen Gewässern jagen.
Wer sich für Fotografie interessiert, sollte unbedingt bei Ebbe die Granite-Formationen bei Cleopatra’s Pool erkunden. Das Wasser sammelt sich in natürlichen Becken im Fels, die von glattem, goldenem Granit umgeben sind – ein surrealer Anblick, der sich perfekt für Erinnerungsfotos eignet.
Der Abel Tasman National Park im November verbindet alles, was eine gelungene Hochzeitsreise ausmacht: Naturschönheit, die sprachlos macht, Abenteuer, das verbindet, und die Möglichkeit, einfach Zeit füreinander zu haben – ohne dass das Budget gesprengt wird. Es ist ein Ort, der beweist, dass die wertvollsten Erlebnisse oft die sind, die man nicht kaufen kann, sondern die sich ergeben, wenn man sich auf die Natur und aufeinander einlässt.
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